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Erfolgsgeschichte    
Bioande: Gesunde Limo für Alle

Er ließ sich nicht entmutigen: Jahrelang experimentierte Bierbrauer Dieter Leipold an der Erfindung eines neuartigen Getränks - und das, obwohl er mehrfach vor dem Konkurs stand und immer wieder auf Kredite aufnehmen musste. Am Ende siegte die Hartnäckigkeit. Und Leipold, der Erfinder von Bionade, ist heute ein gemachter Mann.

„Wir wollten kein Szenegetränk erfinden. Es steckt eine Idee dahinter, es sollte ein gesundes Getränk für alle sein“, sagt Bionade-Erfinder Dieter Leipold. „Mit reinen Naturprodukten, wie das Bier gebraut nach dem Reinheitsgebot.“

Leipold, graue Haare, Raucher, Bierbrauer in Ostheim vor der Rhön seit mehr als 50 Jahren, stand kurz vor dem Konkurs, als ihm der Durchbruch gelang. Der Brauerei in dem fränkischen 4 000-Seelen-Ort zwischen Bayern, Hessen und Thüringen ging es in den achtziger Jahren jedes Jahr schlechter: Der Bierkonsum der Deutschen sank stetig, die Großen der Branche wie Beck´s und Holsten eroberten den Markt.

Leipold bekam einen Kombucha-Pils geschenkt, der in Asien zur Fermentierung von Tee verwendet wird. Er stellte Kolben auf und experimentierte, im Wohnzimmer, im Bad, später in einem kleinen Labor gleich neben dem Schlafzimmer. Mithilfe des Pilzes gelang es Leipold, Gluconsäure statt Alkohol aus Malz zu gewinnen. Sie bildet die Grundlage von Bionade. Beispielsweise in Honig enthalten, verstärkt sie die Süßkraft, so dass Bionade mit weniger Zucker auskommt als andere Getränke. Je nach Geschmacksrichtung werden dem Produkt noch Frucht- und Kräuteraromen beigesetzt.

„Eine absurde Situation“, erinnert sich Stefan Kowalsky, heute Geschäftsführer von Bionade und Sohn aus erster Ehe von Leipolds Ehefrau Sigrid Peter-Leipold. „Als 1995 die erste Flasche durch die Abfüllanlage lief, hatten wir überhaupt kein Geld, um für das vollkommen neue Produkt zu werben.“ Vater und Sohn setzten sich in die Familienkutsche, einen alten Benz, und klapperten die umliegenden Gasthöfe ab. Doch Fehlanzeige. Keiner wollte das Getränk haben. Bundesweit dasselbe. Niemand interessierte sich für die gesunde Limo aus der Glasflasche. Bis auf einen. Der Hamburger Großhändler Göttsche nahm 1997 Bionade ins Sortiment auf. In der Hansestadt, so Geschäftsführer Peter Jacoby, saß das richtige Publikum für ein Getränk, das gesund, individuell und modern war. Langsam, aber unaufhaltsam eroberte Bionade den Markt in der Hansestadt. Zunächst nur in Fitness-Studios und Szenekneipen, bald auch in Gaststätten, Restaurants, Kiosken.

Die Wirtschaftsblätter Manager Magazin und Brand Eins berichteten 2003 kurz hintereinander über die Brauerei und ihre Limo. „Das war wie ein Ritterschlag“, sagt Kowalsky. Plötzlich sei aus dem Familienbetrieb eine richtige Firma geworden, er habe die Zeitungsartikel an weitere Großhändler geschickt, auf einmal flatterten Aufträge ins Haus, innerhalb von zwei Jahren stieg die Produktion im heimischen Betrieb auf das Elffache. „Die großen Konzerne standen plötzlich vor der Tür, sie wollten uns alle kaufen. Doch wir lehnten ab“, sagt Kowalsky. Schon 2006 verkaufte die Familie 60 Millionen Flaschen, heute liegt die Marke Bionade nach Fanta und Sprite nach eigenen Angaben auf Platz drei im Deutschen Limonadenmarkt. Fortsetzung nächste Seite


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