Immer weniger kleine Buchhändler

Der Buchhandel ist seit Jahren rückläufig. Gleichzeitig schließen immer mehr kleinere Geschäfte oder werden von größeren Filialen aufgekauft. Auch diese schließen sich zusammen. So musste die Gründung der Finanzholding Deutsche Buch Handels GmbH (DBH) im August 2006 vom Bundeskartellamt genehmigt werden, weil die Verlage eine Einflussnahme auf die Buchpreise befürchteten. Das Kartellamt genehmigte den Zusammenschluss jedoch.
Damals hatten sich die Verlagsgruppe Weltbild und die Münchener Buchhandelskette Hugendubel mit Anteilen von je 50 Prozent zusammengetan. Mit diesem Schritt begründeten die beiden Unternehmen die bisher größte deutsche Buchhandelskette mit einem Umsatz von 672 Millionen Euro im ersten Geschäftsjahr und 451 Buchhandlungen sowie rund 3500 Mitarbeitern.
Zeitgleich mit der Gründung der DBH übernahm der neue Marktführer die Mehrheit der Anteile an den Traditionsunternehmen Weiland in Lübeck und Habel in Darmstadt. Auch die Buchhandelsketten Wohlthat´sche und Jokers gehören dazu.
Anders als der größte Konkurrent Thalia der Douglas-Holding führt die DBH Ihre Filialen unter deren altem Label weiter. An Thalia, die über Zukäufe stark expandiert hatte, zieht die DBH durch den Zusammenschluss vorbei. Bedenken gegen die Fusion hatte das Kartellamt dennoch nicht, denn selbst danach erreicht die DBH nach eigenen Berechnungen einen Marktanteil von lediglich sieben Prozent (2006). Thalia besetzt etwa drei Prozent, die zehn führenden deutschen Buchhändler haben insgesamt einen Anteil von 30 Prozent.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zählte 2006 rund 4360 Händler zu seinen Mitgliedern. Doch der Trend spricht gegen die kleinen Geschäfte: Seit 1985 ist der Anteil der Buchläden am gesamten Umsatz des Buchhandels um fast zehn Prozent gesunken. Nicht nur das Interesse an Büchern sinkt also; immer mehr Kunden kaufen direkt bei den Verlagen oder über das Internet. (ag)
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