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Hertie vor Filettierung?

Übernahme vom 22.07.2008 (du)

Hertie steht anscheinend vor dem Aus. Wie das Handelsblatt berichtet sind die 4.100 Mitarbeiter am Donnerstag über die Schieflage des ums Überleben kämpfenden britischen Eigentümers Dawnay Day unterrichtet worden.

Kippt der Investor kippt auch Hertie. Angeblich soll Hertie 2006 einen Verlust von 33 Millionen Euro eingefahren haben. 2007 sollen es noch mal 30 Millionen gewesen sein. Eine Wende in 2008 ist nicht Sicht. Warum auch. In die Standorte ist kaum investiert worden. Das Management nimmt reiß aus und nur durch den Abbau von Arbeitsplätzen rettet man die Kaufhauskette nicht.

So wie es scheint wird Hertie angeblich schon am Markt angeboten. Aber wer sollte Hertie kaufen? Karstadt? Die haben es ja gerade ausgegliedert. Kaufhof? Die sollen ja selbst verkauft werden. Woolworth? Da passt es größenmäßig nicht unbedingt rein. Wäre aber ein möglicher Kandidat. Zumal die Kette einem britischen Investor gehört.

Womöglich könnte Hertie auch an einen anderen Investor verkauft werden. Der ist vielleicht an den Immobilien interessiert. Das würde die Zerschlagung bedeuten. Entlassung von Leuten. Aufstellung von Sozialplänen und negative Presse. Ob sich das rechnet ist die Frage.

Eine andere Möglichkeit wäre es Hertie gezielt in die Insolvenz laufen zu lassen. Dann könnte ein Insolvenzverwalter einzelne Standorte an kleinere Kaufhausketten verkaufen. Nessler, Stolz, Schwager beispielsweise wären solche Kandidaten. Aber ob die sich auf so ein Abenteuer einlassen? Außerdem wären damit nur ein Teil der Häuser gerettet.

Hertie wirbt mit dem Slogan "Zum Glück gibt's Hertie". Fragt sich nur wie lange noch. Es bleibt also abzuwarten. Aber die nächste große Pleite scheint vorprogrammiert.

Nachtrag 31.7.2008
Wie mehrere Medien berichten, hat Hertie am heutigen Tage Insolvenz angemeldet. Wir sind gespannt ob es der Investor Dawnay Day schafft sich der Mitarbeiter zu entsorgen und die Immobilien erfolgreich verkaufen kann. Das wäre dann schon recht dreist...
Quelle: AFP, FTD, Handelsblatt
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