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ThyssenKrupp verkauft Blohm + Voss Werft

Übernahme vom 16.10.2009 (cz)

Der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss stehen turbulente Tage ins Haus. Die Unternehmenssparten Neubau, Maschinenbau und Reparatur gehören künftig zu 80 Prozent der Abu Dhabi Mar Group. Der bisherige Mutterkonzern ThyssenKrupp bleibt mit 20 Prozent beteiligt. Außerdem wird der Bereich für Militärschiffe in ein neues Gemeinschaftsunternehmen überführt, an dem Abu Dhabi Mar und ThyssenKrupp jeweils 50 Prozent halten sollen.

Obwohl ThyssenKrupp-Vorstand Olaf Berlien versicherte, dass keiner der 1.700 Beschäftigten in Hamburg entlassen werden soll, geht bei den Mitarbeitern und Gewerkschaften die Angst um. Denn die befürchten, dass durch den Ausstieg aus dem zivilen Schiffbau Auslastungslücken entstehen könnten, die nicht zu schließen sind. Außerdem scheint nicht sicher, dass ThyssenKrupp in längerfristig als Gesellschafter an Bord bleibt.

Zudem ist noch unklar, ob der militärische Bereich überhaupt nach Arabien veräußert werden darf. Eine Prüfung des Außenwirtschaftsgesetzes wird dafür aktuell vorgenommen. Und auch der Aufsichtsrat von ThyssenKrupp sowie das zuständige Kartellamt müssen noch ihr Einverständnis geben.

Auf jeden Fall bringen die neuen Investoren gute Verbindungen zu potenziellen Auftraggebern und frisches Kapital mit. Zwei Grundvoraussetzungen für ein langfristiges Überleben der Werft. Laut Berlien hätte ohne die neuen Investoren der Yachtbereich noch dieses Jahr geschlossen werden müssen.

Blohm + Voss ist seit 1877 in den Docks bei den Landungsbrücken im Hamburger Hafen ansässig. Anfang des letzten Jahrhunderts befand sich dort das weltweit größte geschlossene Werftgelände. Zahlreiche bekannte Schiffe liefen hier vom Stapel, unter anderem das Segelschulschiff Gorch Fock. Seit 2005 war Blohm + Voss Teil der Werftenholding ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), zu der auch die Nordseewerke in Emden sowie die Kieler HDW gehören. Im Zuge der weit greifenden Umstrukturierungen bei ThyssenKrupp wurde jedoch bereits im letzten Monat der Emder Standort abgegeben.
Quelle: Hamburger Abendblatt online vom 16.10.09

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