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TV-Kabelnetzbetreiber Primacom befürchtet Pleite

Insolvenz vom 02.06.2010 (be)

Nachdem Verhandlungen mit den Kreditgebern am Montag scheiterten, musste der Kabelnetzbetreiber Primacom aus Mainz am gestrigen Dienstag seine Zahlungsunfähigkeit bekannt geben. Die Gläubiger des mit etwa 340 Millionen Euro verschuldeten Unternehmens hätten die Tilgung von Kreditforderungen in Höhe von rund 29 Millionen Euro eingefordert. Sie hätten außerdem das Verfahren zur Verwertung der Sicherheiten eingeleitet.

Dabei wollte der Haupteigner von Primacom, die Beteiligungsgesellschaft Escaline-Orion eigentlich, dass die Geldgeber, darunter die Bank ING und eine Reihe von Hedge-Fonds wie Alcentra, Avenue und Tennenbaum, auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und neue Mittel bereitstellen. Man konnte sich aber nicht auf eine Summe einigen. Und da derzeit auch keine weiteren Gespräche laufen, muss Primacom in den nächsten Tagen wahrscheinlich Insolvenz anmelden. Die Primakom-Aktie brach um knapp 30 Prozent ein.

Knapp 500 Mitarbeiter bangen jetzt um ihre Zukunft, obwohl das operative Geschäft erst einmal weiter läuft. Primacom versorgt rund eine Millionen Haushalte, die meisten davon in Ostdeutschland. In den kommenden Monaten hat die Firma einen Finanzbedarf von rund 40 Millionen Euro, wie in der Financial Times Deutschland berichtet wurde. Wenn die nicht bedient werden, gehen wohl die Lichter aus. Ein wenig Hoffnung besteht allerdings noch, da Marktführer Kabel Deutschland Kaufinteresse angemeldet haben soll.
Quelle: de.reuters.com vom 01.06.2010
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