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Insolvenz bei Skandalbäckerei Müller-Brot

Insolvenz vom 17.02.2012 (cz)

Die Großbäckerei Müller-Brot musste jetzt auf Grund finanzieller Probleme einen Insolvenzantrag stellen. Aber die Finanzen sind nicht das einzige, was bei der Großbäckerei aus Oberbayern Probleme bereitet. Denn auch die hygienischen Verhältnisse entsprechen seit Jahren nicht immer dem von einem mitteleuropäischen Lebensmittelproduzenten erwarteten Standard. Und das ist wiederum der Hauptgrund für die desaströse finanzielle Situation. Dazu kommt ein absolut unangemessenes Verhalten gegenüber den eigenen Mitarbeitern.

Aber der Reihe nach. Eigentlich befindet sich Müller-Brot Mitte 2009 in einer sehr komfortablen Lage. Die Brötchen und Brezeln werden nicht nur in den eigenen Filialen, - immerhin fast 300 an der Zahl - sondern auch bei mehreren großen Discountern verkauft. Dann erhält das Unternehmen regelmäßigen Besuch von Lebensmittelkontrolleuren. Denen stinkt es, im wahrsten Sinne des Wortes, gewaltig, was sie da zu sehen bekommen. Ende 2010 werden gravierende Mängel festgehalten. Schleim, Dreck und Schaben in der Produktion. Zudem riecht es ganz übel. Die Öffentlichkeit wird darüber nicht informiert, da keine unmittelbare Gefahr bestehe.

Allerdings nimmt Mitte 2011 die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf. Am 30. Januar 2012 wird schließlich die Produktion gestoppt. Das Unternehmen nennt dafür einen Schwelbrand als Grund. Dass aber Hygienemängel dahinterstecken, lässt sich nicht länger verbergen. Und Aldi Süd und Lidl springen deshalb auch noch als Kunden ab. Eine Katastrophe für das Unternehmen, dass nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 115 Millionen jährlich erwirtschaftet.

Doch noch am letzten Wochenende versichert die Konzernleitung den Mitarbeitern, dass deren Löhne trotz allem gesichert seien, obwohl es dieses Jahr noch kein Geld gab. Dann müssen die Beschäftigten aus der Presse von dem nun gestellten Insolvenzantrag hören. So fährt man einen Betrieb an die Wand. Denn heute wurde nach einer erneuten Kontrolle auch noch entschieden, dass die Produktion immer noch nicht wieder aufgenommen werden darf.
Quelle: spiegel.de vom 16.2.12
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