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Versandhändler Neckermann ist pleite

Insolvenz vom 19.07.2012 ()

Schon seit Wochen rang man beim Frankfurter Versandhändler mit der prekären finanziellen Lage und dem eigenen Mutterkonzern. Nun ist es amtlich. Neckermann muss in die Insolvenz. Dem gingen monatelange Querelen mit dem US-Finanzinvestor Sun Capital voraus, der seit 2008 die Mehrheit an Neckermann hält. Konkreter Auslöser war jetzt, dass Sun für den Juli zugesagte Gelder in Höhe von 25 Millionen Euro nicht ausbezahlt habe.

Denn bei Sun Capital ist man der Auffassung, dass Neckermann keine tragfähige Lösung für den benötigten Firmenumbau vorgelegt habe. Dabei hatten sich Geschäftsführung und Betriebsrat bereits geeinigt. Knackpunkt war eine Vereinbarung, die für zu entlassene Mitarbeiter Transfergesellschaften und Abfindungen in begrenztem Umfang vorsah. Sun Capital lehnte diese Zahlungen jetzt ab, obwohl der vorher zwischen den Parteien vereinbarte Businessplan das durchaus hergegeben hätte. Von den derzeit 2.000 Mitarbeitern sollten 1.380 Beschäftigte ihre Jobs verlieren.

Sun Capital kaufte Neckermann 2008 vom untergegangenen Arcandor-Konzern. Grund für die schlechte Lage bei Neckermann ist das zu lange Festhalten an alten Vertriebswegen. Denn der Internethandel - inzwischen für 80 Prozent des Umsatzes des Frankfurter Versandhändlers verantwortlich - wurde zu lange stiefmütterlich behandelt.
Quelle: morgenpost.de vom 19.7.12
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