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Nicht überraschend: Flexstrom ist insolvent

Insolvenz vom 12.04.2013 (du)

Der Stromdiscounter Flexstrom hat am Freitag (12.4.2013) in Berlin Insolvenz angemeldet. Der Schritt überrascht zumindest nicht diejenigen, die Flexstrom genauer unter die Lupe genommen haben. Und wieder stellt sich die Frage was hat die Bundesnetzagentur unternommen? Was hat das Verbraucherschutzministerium getan? Es ist ähnlich wie bei den Lebensmittelskandalen: Man schaut einfach auf die Dinge. Deswegen heißt es wohl auch Aufsichtsbehörde.

Die Anzeichen waren klar. Schon 2011 hatte Flexstrom einen Kassenbestand von gerade mal 11 Millionen Euro. Allein das zu berichten haben die Anwälte von Flexstrom versucht zu unterbinden. Am 25.2. schrieb uns einer der Anwälte: „Es mag zutreffend sein, dass der in der Bilanz ausgewiesene Kassenbestand unserer Mandantin tatsächlich nur 11 Millionen Euro beträgt. Jedoch ist der von Ihnen erweckte Eindruck, dass unsere Mandantin finanziell in Nöten kommen könnte und das Geschäftsmodell allgemein nicht profitabel sei, unzutreffend“. Weiter heißt es Zahlungsengpässe seien nicht zu befürchten. Nur eineinhalb Monate später ist Flexstrom pleite. Übrigens: Eine Konzernbilanz für 2011 fehlte gar ganz. Diese hätte spätestens bis Ende 2012 eingereicht werden müssen.

Flexstrom hatte ein Cash-Problem. Das fing an mit der abgesagten Anleihe letzten Jahres. Diese wurde abgesagt weil die Bewertungen einfach so schlecht waren, dass man fürchtete, dass die Anleger diese Anleihe links liegen lassen würden - und das für jeden nachvollziehbar war wie die Gründer das Geld aus der Firma gezogen haben.

Dazu ein Beispiel: Optimal Grün wurde von dem gleichen Personenkreis gegründet wie Flexstrom. Ende 2010 hatte die Gesellschaft 5.654 Kunden. Am 17. Oktober 2011 wurde das Unternehmen für 20 Millionen Euro an Flexstrom verkauft. Ende 2011 hatte Optimal Grün 99.874 Kunden, die allerdings nicht wertig waren. Denn nur ein halbes Jahr später waren es nur noch 60.107 Kunden. Ein ziemlich massiver Kundenschwund also. Und dafür 20 Millionen Euro anzusetzen ist ziemlich vermessen.

Jetzt wird wieder das große Geschrei losgehen. Wie konnte das passieren und wie können wir zukünftige Fälle verhindern? Die Dummen werden natürlich wieder die Verbraucher sein. Verdienen werden jetzt der Insolvenzverwalter und die Anwälte. Vermutlich wird es ein Verfahren wegen Insolvenzverschleppung geben. Das wird sich über Jahre hinziehen und schlussendlich wird es einen Deal mit der Staatsanwaltschaft geben. Geschichte wiederholt sich immer wieder.
Quelle: SPON
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