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Lidl ist einer der größten deutschen Discounter mit über 3.266 Standorten (Stand Dezember 2011) in Deutschland.
Lidl ist wie Aldi, aber besser. Mit diesem Konzept lief Lidl dem Konkurrenten den Rang ab und zählt heute zum zweitgrößten Lebensmittelhersteller Europas. Mit rund 6.000 Märkten und 80.000 Mitarbeitern baute Konzernchef Dieter Schwarz seit Kriegsende die Lidl-Stiftung auf, zu der neben Lidl selbst auch Kaufland und der Handelshof gehören.
Obwohl sich Lidl wachsender Beliebtheit erfreut, bleibt Schwarz gern im Verborgenen, genau wie die Aldi-Chefs Karl und Theo Albrecht. Auch sonst gibt es viele Gemeinsamkeiten, vor allem der Fokus auf Billigware im Lebensmittelhandel und der rasche Aufstieg praktisch aus dem Nichts. Wobei Aldi früher entstand und bereits in den Nachkriegsjahren rasant wuchs. Das Schwarz-Imperium begann erst in den siebziger Jahren, stark zu expandieren. Dafür gelingt der Aufstieg zum König aller Discounter heute umso schneller. Lidl kopiert Aldi - und macht vieles besser.
So verzichtet das Unternehmen mit Sitz in Neckarsulm darauf, mit festen Partnern zu kooperieren. Stattdessen wird auf Verkaufsflächen von 800 bis 1.400 Quadratmetern gehandelt mit dem, der gerade die tiefsten Preise hat. Die Verkaufsflächen sind bei Lidl größer als bei Aldi. Die Märkte öffnen in der Regel um acht Uhr und schleißen abends um acht Uhr. Das Sortiment umfasst rund 1.500 Artikel. Darunter sind auch viele Markenartikel.
Jede Filiale ist wie die andere aufgebaut, wer in Bayern zu Lidl geht, findet den Frischkäse an derselben Stelle wie bei Lidl auf Rügen. Zudem gibt es vor jedem Markt ausreichend Parkplätze für PKW. Aldis Vorteil ist zugleich Aldis Schwachstelle: Das beschränkte Sortiment. Lidl hat inzwischen das gleiche, bietet aber darüber hinaus Fleisch sowie Obst und Gemüse. Zudem findet der Kunde bei Lidl zwar Handelsmarken wie Milbona, Vitakrone oder die Bio-Reihe Bioness, jedoch auch Markenware wie Persil oder Nestlé zu niedrigen Preisen.
Der Ursprung des Unternehmens liegt in den dreißiger Jahren. In der Zeit gründete Schwarzens Vater Josef die Lidl & Schwarz Lebensmittel-Sortimentsgroßhandlung. Trotz der Zerstörung des Unternehmens während des zweiten Weltkriegs baute Josef Schwarz es binnen zehn Jahren wieder auf.
Sohn Dieter Schwarz eröffnete sein erstes Discount-Geschäft 1973 in Ludwigshafen. Mit seinem Namen wollte er nicht firmieren, er hätte sein Geschäft "Schwarz-Markt" nennen müssen. Die väterliche Firma enthielt zwar den Namen Lidl, doch es war kein Mitarbeiter mehr beschäftigt, der seinen Namen hätte hergeben können. Also kaufte Dieter schwarz dem pensionierten Berufsschullehrer Ludwig Lidl für 1.000 Mark die Rechte an seinem Namen ab und nannte den Supermarkt Lidl. Vier Jahre später betrieb Schwarz bereits mehr als 30 Filialen. Als sein Vater in dem Jahr starb, verkaufte Schwarz den Großhandel an die Kette Metro und widmete sich fortan ganz dem Aufstieg von Lidl.
Dieter Schwarz hat sich mittlerweile aus den Geschäften zurückgezogen. Der Mann, dessen Privatleben noch besser geschützt ist als das der Brüder Albrecht, hat seinen Konzern in ein Geflecht aus Stiftung und Beteiligungsgesellschaften eingebettet, das eine Übernahme als auch nur das Einmischen Dritter verhindert. Die Geschäfte führt mittlerweile Schwarzens langjähriger Intimus Klaus Gehrig. Dennoch behält sich Schwarz vor, jederzeit per Veto in die Geschicke des Lidl-Imperiums eingreifen zu können.
Heute verfügt Lidl über das größte Netz an Discount-Lebensmittelmärkten in Europa: Österreich, Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei, Kroatien, Schweiz, Niederlande, Belgien, Frankreich, England, Irland, Norwegen, Schweden, Finnland, Spanien, Dänemark, Estland, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Portugal, Slowenien und Zypern. Im Februar 2010 kamen noch die Plus-Läden in Bulgarien und Rumänien hinzu.
Lidl erziele 2008 einen Umsatz von 30,851 Milliarde Euro. Rund die Hälfte davon wird in Deutschland erzielt. Die Personalkosten machen nur rund 5,5 Prozent aus wobei die Hälfte der Mitarbeiter bei Lidl Teilzeit arbeitet. Das Unternehmen erziele 2008 eine Gewinnmarge von 2,2 Prozent. Das Jahr davor waren es noch 3,2 Prozent. Damit ist Lidl wohl weniger profitabel als Aldi.
Wesentliche Mitbewerber sind Aldi Nord, Aldi Süd, Norma und Penny. (ag)
| Weitere Firmen dieser Gruppe: | | Auslandsfirmen | Lidl in AT 5020 Salzburg (Discounter)
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